Schilftour 07.08.-11.08.2000
Gorgast-Schiffshebewerk Niederfinow - Teil 3
Anreise - 08.08.2000 - 09.08.2000 - 10.08.2000 - Heimreise
Grün Otti überall Pflanzen!
D er dritte Tag gab dieser Tour ihren Namen: Schilftour. Unsere gute Laune ließ sich von dem vielen Grün am Rand zunächst nicht beeinflussen. Als die Pflanzen jedoch höher als unsere Boote und das Pflanzenmeer endlos wurde, kamen uns erste Zweifel, ob wir richtig gefahren waren. Es sah alles wie ein zugewucherter Nebenfluss aus.
U nd dann kam das große Übel... plötzlich sahen wir nur noch Schilf. Es sah aus, als seien wir in einer Sackgasse. Da wir laut Karte richtig fuhren und der Letschiner Hauptgraben hier sogar als schiffbar eingezeichnet war, nahmen wir die Herausforderung an. Irgendwo musste ja nach ein paar Metern wieder alles frei sein.Dennis war der Glückliche, der sich todesmutig an die Front wagte und uns einen Weg durch das Schilf bahnte. Seine Vorsicht, das Schilf nicht allzu sehr zu verletzen, wechselte nach etwa 20 Minuten in eine forsche, ruppige Wut vor soviel Gestrüpp. Als er sich in den Finger schnitt, wechselten wir uns ab.
Einfahrt ins grüne übel
Z weieinhalb Stunden verbrachten wir im Dschungel, fluchten auf die Wasserkarten, die hartnäckige Natur, den Regen, die scharfen Schilfblätter, die vielen Spinnenweben und "Flugviecher" und mitunter über wild um sich schlagende Vordermänner in den Zweiern.
Dennis dem Wahnsinn nahe
A ls wir aus dem Schilfdschungel zwischen Sietzing, Altbarnim und Alttrebbin herauskamen, pellten wir uns aus unseren Windjacken und hochgezogenen Spritzverdecks entdeckten auf unseren T-Shirts zahlreiche rote, grüne, gelbe und dunkle Blattläuse.
U nsere enttäuschten Gemüter wurden uns bei unserem nächsten Hindernis wieder erhellt. Unsere Weiterfahrt auf dem Letschiner Hauptgraben wurde uns in der malerischen Gegend bei Altbliesdorf durch einen umgefallenen Baum von einem Meter Durchmesser behindert.
noch hat Dennis gut lachen. -gleich lachen alle!
H eiko und Dennis stellten sich auf den Baum und hievten nach und nach alle Boote über den Baum. Als Suse und Stephan an der Reihe waren, kam jemand die glorreiche Idee, Stephans Paddel als Griff zu benutzen. Dennis und Heiko zogen, Stephan hielt tapfer sein Paddel fest bis plötzlich alle den festen Halt verloren und Dennis ins Wasser fiel. Als er wieder auftauchte, war er mit reichlich Entengrütze verziert und bekam wie alle anderen einen minutenlangen Lachkrampf.
Das "Zeh-Verletz-Wehr"
D as nächste Hindernis wartete kurz vor Wriezen auf uns. Quer über die Volzine hatte irgend ein ganz schlauer ein Wasserrohr verlegt, das etwa 35 Zentimeter dicke Rohr lag um die 15 Zentimeter über der Wasseroberfläche. Das war zu tief, um darunter durch zu fahren und zu hoch, um Anlauf für's Überqueren zu holen. Obendrein wuchsen am Ufer große, stachelige Brombeersträucher, die ein Umtragen unmöglich machten. Zur Problemfindung stopften sich die Jungs vorerst die Bäuche mit den süßen Brombeeren voll und warteten auf eine Eingebung. In einer dieser Beeren steckte wohl auch eine Idee, denn nachdem die Bäuche voll und die Arme zerkratzt waren, stieg Ronald aus, hievte zuerst sein Boot über das Rohr und dann nach und nach die anderen.
Dennis, du bist im Bild
I nzwischen hatte es angefangen zu regnen. Im Zentrum von Wriezen hielten wir unter einer Brücke und gingen einkaufen. Dabei sahen wir in Badehose, T-Shirt und Regenjacke zum Teil sehr wild gekleidet aus und erstaunten die Wriezener damit. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten ging's auf der Alten Oder weiter. Gegen Abend fanden wir bei Neugaul einen Platz zum Zelten und Feuer machen.
Heiko und Tine
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Märkische Paddler '89 e.V.