Sommertour 13.08.-20.08.2005
Kopnitz-Schwerin an der Warthe (Polen)-Teil 5
Anreise - 14.08.2005 - 15.08.2005 - 16.08.2005 - 17.08.2005 - 18.08.2005 - 19.08.2005 - Heimreise
Der Rastplatz am Morgen.
U nd täglich grüßt das Murmeltier. In guter alter Manier übernahm auch an diesem Morgen der Dennis das Wecken der umliegenden Mittäter. Nach dem Hochrumpeln wurde auch bald zur Kenntnis genommen, dass das so lang aufrechterhaltene Feuer noch Glut und Wärme spendete, um es erneut zu entfachen. Somit wurde das Frühstück in Gesellschaft mit einem Feuerchen eingenommen und anschließend der Müll in selbigem auf ein Minimum komprimiert. Anschließend wurde es abgelöscht, um weitere Überraschungen zu vermeiden.
G egen 12.00 Uhr ging es dann weiter per Boot. Der kleine See wurde wieder überquert und auch die Stelle zum Durchbruch war, dank hervorragender Orientierungsarbeit am Vortag, schnell gefunden. Hindurch also wieder durch meterhohes Schilf, danach die Spitzkehre, Engpass und schließlich unter der Überführung durch. Geschafft! Auf in neue Weiten! So ging es denn weiter auf der Obra (Ober) entlang, bis wir gegen 14.00 Uhr die Stadt Miedzyrzecz (Meseritz) erreichten.
Blick in den Himmel.
L aut tags zuvor eingeholter Information sollte hinter der vierten Brücke in der Stadt (eine breite Autobrücke) eine gute Anlegestelle sein. Gespannt zählte man also die Brücken durch. Eisenbahnbrücke, Autobrücke, Fußgängerbrücke, Ortsende! Irgendwas war also schiefgelaufen. Darum kehrt Marsch und zurück zu der netten Stelle, die wir bereits passiert, jedoch auf bessere Info berufend links liegen lassen hatten. An dieser Stelle, die speziell für Wasserwanderer gemacht schien, kamen wir einmal mehr in den Genuss einer polnischen Kuriosität: Ein Anstreicher sollte einen gut 10-15 m langen Steg mit Beize o.ä. konservieren. Die ersten 2 m des Stegs waren auch vorbildlich gestrichen. Dann jedoch muss ihm aufgefallen sein, dass sein Eimerchen wohl nicht ganz reichen würde für den gesamten Steg, woraufhin er jede Planke nur noch mit einem einfachen Strich versah, Ränder und Kanten schienen nun egal. Es entstand ein durchaus nett anzusehendes Zebra- oder Tigermuster, welches jedoch, weil er ja anfangs so gründlich gearbeitet hat, nicht ganz bis zum Ufer heranreichte, sondern die letzten Meter völlig unberührt ließen. Seine Arbeit so einigermaßen verrichtet habend ging der gute Mann dann mit leerem Eimerchen seiner Wege und ward nicht mehr gesehen.
Der Steg in Miedzyrzecz (Meseritz).
U nterdessen haben sich, nach Abstellen von Heiko und Steffen als "Aufpass-Schläfer", die anderen drei auf den Weg in die Stadt gemacht um den hiesigen Intermarché zu plündern. Mit der Verpflegung für die nächsten 4 Tage bestückt legte man die gut 15 Minuten Fußweg zurück. Bei den Booten angekommen betraute man das Wachpersonal mit dem Verstauen der Utensilien, während sich die drei Läufer noch um das Befüllen der Wasserkanister und das Entleeren der internen Bio-Tornister in einer zivilisierten Sanitäreinrichtung kümmerten. Nach ihrer Rückkehr brach man dann gegen 16.00 Uhr auf, um sich den allmählich anwachsenden Herausforderungen der Strecke zu stellen. An diesem Nachmittag sollten wir erstmals auf dieser Tour den gehobenen (oder gesenkten?) Baumlimbo trainieren dürfen. Besonders leiden musste bei diesen Gelegenheiten der arme Steffen: Warf man ihm doch bei jedem Hindernis die Warnung an den Kopf, er solle seine Kamera schnell um den Hals hängen. Tja, wer den Schaden hat...
Heiko F. am Steg. Steffen Z., Dennis W. und Christian B. paddeln wieder. Steffen Z. wird unter dem Baum durchgequetscht.
G egen 18.30 Uhr war es dann doch geschafft: Man hatte das Etappenziel, den Biwak-Platz von Gorzyca (Göritz) erreicht, der uns ebenfalls von "Wild-Ost" nahegelegt wurde, da der Betreiber des Campingplatzes für die 4 Zloty (1 €) Platzgebühr pro Person auch noch kostenlos den Boiler einheize, und man so hier warm duschen könne. Und das hatten unsere Körper dringend nötig. Fernerhin gab es hier, am Ende eines spektakulären Weges durch dunklen Wald und über freistehende Brücken ohne Reling, auch einen kleinen Kiosk, wo wir doch tatsächlich eine Karte fanden, die den aktuellem Stand entsprach. Auch hier stürzten wir uns in Unkosten. Für 6 Zloty (1,50 €) gab es nicht nur 1 Karte, sondern ein Kartenpaket mit allerlei nützlichem Zubehör.
N ach dem Verzehr des Abendessens trat plötzlich der Guide von "Wild-Os" mit einem riesigen Topf an uns heran. Die Truppe hatte einen Tag Pause auf dem Platz eingelegt, was dazu führte, dass wir sie nun endlich eingeholt hatten. In dem Topf jedenfalls war noch eine Menge Salat aus Gurken, Tomaten und allerlei anderem, was er, in Ermangelung eigener Kapazitäten bei der Truppe, uns zum Verzehr anbot. Dankbar nahmen wir an und vernichteten ihn restlos, nachdem alle vom Duschen zurückgekehrt waren. Um uns nicht ganz unsolidarisch zu zeigen, entschlossen wir uns ihnen an ihrem Feuer ein wenig Gesellschaft zu leisten und somit auch ein wenig Mundpropaganda für unseren Verein zu machen. Man plauschte nett bis spät in die Nacht, und das erste Fläschchen Wodka hatte schon bald den Kopf verloren. Gegen Mitternacht war dann alles aufgebraucht und man entschied sich, Kraft für den nächsten Tag zu tanken.
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Märkische Paddler '89 e.V.